Gymnasium · 1. Klasse · Prüfungsvorbereitung

Lernheft Chemie & Physik

Alle 29 Seiten aus deinem Ordner, Seite für Seite erklärt. Bei jeder Aufgabe steht zuerst die Frage und dann die Antwort. Wo im Heft eine Antwort ungenau oder falsch war, steht ein oranger Kasten „Achtung“ mit der richtigen Version.

01

Das Teilchenmodell

Heft S. 1 · Blatt S. 7

Stell dir vor, du zerreisst ein Blatt Papier immer weiter. Irgendwann geht es nicht mehr kleiner. Die kleinste Baueinheit eines Stoffes heisst Teilchen. Teilchen sind so klein, dass man sie nicht sehen kann. Darum benutzen wir ein Modell: eine vereinfachte Vorstellung, mit der wir Beobachtungen erklären und Vorhersagen (Hypothesen) machen können.

Merke · Die 6 Eigenschaften von Teilchen
  1. Teilchen haben eine Masse.
  2. Teilchen haben ein Volumen (wir stellen sie uns als Kugeln vor).
  3. Zwischen den Teilchen ist leerer Raum.
  4. Die Teilchen eines Reinstoffes sind alle gleich.
  5. Zwischen den Teilchen wirken Anziehungskräfte.
  6. Teilchen sind ständig in Bewegung (Brown'sche Molekularbewegung). Je wärmer, desto schneller.
Labor · Kaliumpermanganat in kaltem und heissem Wasser

Man gibt einen Kristall Kaliumpermanganat (violett) in ein Glas kaltes und ein Glas heisses Wasser. Beobachtung: Im heissen Wasser verteilt sich die Farbe viel schneller. Erklärung: Im heissen Wasser bewegen sich die Teilchen schneller und stossen die Farbstoffteilchen schneller durch das ganze Glas. Das selbstständige Vermischen durch Teilchenbewegung nennt man Diffusion.

Laborebene und Teilchenebene

In der Chemie schauen wir immer auf zwei Ebenen: Was sehe ich im Labor (Laborebene, makroskopisch)? Und wie erkläre ich das mit Teilchen (Teilchenebene)?

ZustandLaborebene (was man sieht)Teilchenebene (Erklärung)
festfeste Form, nicht komprimierbarfeste Anordnung, Teilchen berühren sich, starke Anziehungskräfte, schwingen nur am Ort
flüssigkeine feste Form (nimmt Form des Gefässes an), nicht komprimierbarTeilchen berühren sich, sind aber gegeneinander verschiebbar, mittlere Anziehungskräfte
gasförmigkeine feste Form, füllt jeden Raum, komprimierbargrosse Abstände, Teilchen berühren sich nicht, (fast) keine Anziehungskräfte, schnelle Bewegung
Ausprobieren: Teilchen von Wasser bei verschiedenen Temperaturen
20 °C flüssig

FrageWarum kann man Luft in einer Pumpe zusammendrücken, einen Stein aber nicht? (Blatt S. 15, Aufgabe 3)

Antwort

In einem Gas sind die Teilchen weit voneinander entfernt, dazwischen ist viel leerer Raum. Beim Drücken rücken die Teilchen näher zusammen. Im Feststoff berühren sich die Teilchen schon. Es gibt keinen Platz mehr, also kann man ihn nicht zusammendrücken.

FrageWas ist ein Modell, und warum braucht man es?

Antwort

Ein Modell ist eine vereinfachte Vorstellung der Wirklichkeit. Teilchen kann man nicht sehen. Mit dem Teilchenmodell kann man trotzdem Beobachtungen erklären (z.B. warum Gase komprimierbar sind) und Vorhersagen machen.

02

Arten kleinster Teilchen

Blatt S. 6 (unten)

Wenn man ein Gemisch immer weiter trennt, erhält man Reinstoffe. Manche Reinstoffe kann man durch chemische Reaktionen noch weiter zerlegen. Geht das nicht mehr, ist es ein Element (elementarer Reinstoff). Seine Teilchen sind Atome.

Atome

Kleinste Teilchen, die man mit chemischen Methoden nicht weiter zerlegen kann. Ein Element besteht aus einer Atomsorte. Jede Atomsorte hat ein Elementsymbol (H, O, N, Fe …). Alle stehen im Periodensystem (PSE).

Moleküle

Abgeschlossene Gruppen aus 2 oder mehr Atomen, die fest verbunden sind. Beispiele: O₂, N₂, CO₂ (Luft), Ethanol C₂H₅OH, Zucker C₆H₁₂O₆.

Ionen

Atome oder Atomgruppen mit elektrischer Ladung. Positiv = Kation, negativ = Anion. Im festen Zustand bilden sie Ionengitter (z.B. Kochsalz: Na⁺ und Cl⁻).

O Atom (O) C OO Molekül (CO₂) Na⁺ Cl⁻ Cl⁻ Na⁺ Ionen (Kochsalz-Gitter)

FrageOrdne zu: N₂, Fe, Na⁺, C₆H₁₂O₆, Cl⁻, He.

Antwort

Atome: Fe, He · Moleküle: N₂, C₆H₁₂O₆ · Ionen: Na⁺ (Kation), Cl⁻ (Anion).

FrageIst ein Element ein Reinstoff oder ein Gemisch?

Antwort

Ein Reinstoff, und zwar einer, der sich chemisch nicht mehr zerlegen lässt. Er besteht aus nur einer Atomsorte.

03

Aggregatzustände und ihre Übergänge

Heft S. 1 · Blatt S. 6 (oben)

Ob ein Stoff fest, flüssig oder gasförmig ist, hängt von der Temperatur ab (und vom Druck). Beim Erwärmen bekommen die Teilchen Energie: Sie bewegen sich stärker und überwinden die Anziehungskräfte.

gasförmig keine Anziehung fest starke Anziehung flüssig mittlere Anziehung Schmelzen → ← Erstarren (Gefrieren) Verdampfen / Sieden Kondensieren Sublimieren Resublimieren Pfeile nach oben/rechts: Energie wird aufgenommen
ÜbergangVon → NachAlltagsbeispiel
Schmelzenfest → flüssigEis schmilzt
Erstarrenflüssig → festWasser gefriert im Tiefkühler
Verdampfen / Siedenflüssig → gasförmigWasser kocht im Wasserkocher
Kondensierengasförmig → flüssigBeschlagener Spiegel nach dem Duschen
Sublimierenfest → gasförmigTrockeneis „raucht“, Iod beim Erwärmen
Resublimierengasförmig → festRaureif an kalten Morgen
MerkeSchmelzpunkt = Erstarrungspunkt (Wasser: 0 °C). Siedepunkt = Kondensationspunkt (Wasser: 100 °C bei Normaldruck).

FrageWie heisst der Übergang, wenn sich im Winter an einer Fensterscheibe Eisblumen direkt aus Wasserdampf bilden?

Antwort

Resublimieren (gasförmig → fest).

04

Der Temperaturverlauf beim Schmelzen von Eis

Blatt S. 2

Wir nehmen 1 kg Eis und führen gleichmässig Wärme zu (ΔQ in kJ). Auf der y-Achse steht die Temperatur in Kelvin. Umrechnen: T(K) = ϑ(°C) + 273.15 → 273.15 K = 0 °C, 373.15 K = 100 °C.

Ausprobieren: Wärme zuführen

AbschnittΔQ (kJ)Was passiert?
Eis wird wärmer0 – 85Temperatur steigt bis 273 K. Die Teilchen schwingen stärker.
Schmelzen (Plateau)85 – 419Temperatur bleibt bei 273 K. Schmelzwärme = 334 kJ/kg.
Wasser wird wärmer419 – 837Temperatur steigt von 273 K auf 373 K (418 kJ = 4.18 kJ/kg·K × 100 K).
Sieden (Plateau)837 – 3094Temperatur bleibt bei 373 K. Verdampfungswärme = 2257 kJ/kg.
Dampf wird wärmer> 3094Temperatur steigt wieder.

Aufgabe 1Erläutern Sie mit Hilfe des Teilchenmodells das Diagramm.

Antwort

Bis 273 K (fest): Die Wassermoleküle sitzen fest im Eisgitter und schwingen nur am Ort. Die zugeführte Energie lässt sie stärker schwingen → Temperatur steigt.

Bei 273 K (Schmelzen): Die Energie wird gebraucht, um die starken Anziehungskräfte im Gitter zu lösen. Die Teilchen werden verschiebbar → flüssig.

273 K bis 373 K (flüssig): Die Teilchen bewegen sich schneller → Temperatur steigt.

Bei 373 K (Sieden): Die Energie wird gebraucht, um die Anziehungskräfte ganz zu überwinden. Die Teilchen lösen sich voneinander → gasförmig.

Über 373 K: Die Gasteilchen fliegen immer schneller → Temperatur steigt.

Achtung · Korrektur zu deinem BlattIm Blatt stand nur „bis 273.15 K fest, bis 373.15 K flüssig“. Das ist zu wenig. In der Prüfung musst du immer mit den Teilchen argumentieren: Bewegung und Anziehungskräfte.

Aufgabe 2Erläutern Sie, warum am Schmelz- und Siedepunkt trotz Wärmezufuhr die Temperatur zunächst nicht weiter ansteigt.

Antwort

Die zugeführte Energie wird nicht dafür gebraucht, die Teilchen schneller zu machen, sondern um die Anziehungskräfte zwischen den Teilchen zu überwinden. Die Temperatur ist ein Mass für die Bewegung der Teilchen. Weil die Bewegung nicht schneller wird, bleibt die Temperatur gleich, bis alle Teilchen den Zustand gewechselt haben. Diese Energie heisst Schmelzwärme (334 kJ/kg) bzw. Verdampfungswärme (2257 kJ/kg).

Achtung · Korrektur zu deinem BlattIm Blatt stand „ungleichmässige Verteilung der Geschwindigkeit“. Das ist falsch für diese Frage. Richtig: Die Energie wird zum Überwinden der Anziehungskräfte gebraucht.

ZusatzfrageWarum ist das Plateau beim Sieden viel länger als beim Schmelzen?

Antwort

Beim Schmelzen werden die Anziehungskräfte nur gelockert (die Teilchen berühren sich weiter). Beim Sieden müssen sie ganz überwunden werden, die Teilchen trennen sich vollständig. Dafür braucht es fast 7-mal so viel Energie (2257 statt 334 kJ/kg).

ZusatzfrageRechne um: 300 K in °C und 37 °C in K.

Antwort

300 − 273.15 = 26.85 °C. 37 + 273.15 = 310.15 K.

05

Verdunsten unterhalb des Siedepunkts

Blatt S. 4 · Dampfdruck

Wasser siedet erst bei 100 °C. Trotzdem trocknen Pfützen im Sommer schnell, und aus dem Wasserkocher kommt schon bei 90 °C Dampf. Warum?

Schülerversuch · Aceton auf der Haut

Ein Tropfen Aceton auf die Haut. Körpertemperatur 36 °C, Siedepunkt Aceton 56 °C.

Beobachtungen: Es fühlt sich kühl an. Das Aceton verschwindet schnell (es verdunstet). Die Haut wird kurz weiss mit Rand (Aceton entzieht der Haut Fett und Wasser).

Schlussfolgerung: Eine Flüssigkeit kann schon deutlich unter dem Siedepunkt verdampfen (= verdunsten). Die schnellsten Teilchen an der Oberfläche überwinden die Anziehungskräfte und gehen in die Luft. Sie nehmen dabei Energie mit, deshalb wird die Haut kalt (Verdunstungskälte, wie beim Schwitzen).

Merke · Verdunsten vs. Sieden Verdunsten: unter dem Siedepunkt, nur an der Oberfläche, langsam.
Sieden: am Siedepunkt, in der ganzen Flüssigkeit (Blasen), schnell.

FrageWarum friert man, wenn man nass aus dem Schwimmbad kommt?

Antwort

Das Wasser auf der Haut verdunstet. Dabei verlassen die schnellsten (energiereichsten) Teilchen die Oberfläche. Die Energie dafür wird der Haut entzogen → Verdunstungskälte.

FrageWas bedeutet „hohe relative Luftfeuchte“ (schwül)?

Antwort

In der Luft sind schon viele Wasserteilchen (Wasserdampf). Dann verdunstet Schweiss schlecht, man fühlt sich klebrig und warm.

06

Geschwindigkeitsverteilung der Teilchen

Blatt S. 5 · Maxwell & Boltzmann

Die Teilchen bewegen sich ungeordnet und nicht alle gleich schnell. Bei einer bestimmten Temperatur gibt es langsame, mittlere und sehr schnelle Teilchen. Darum können einzelne schnelle Teilchen schon unter dem Siedepunkt aus der Flüssigkeit entkommen (siehe Kapitel 5). Maxwell und Boltzmann haben diese Verteilung untersucht.

Ausprobieren: Temperatur und Teilchenmasse ändern

Die graue Kurve ist N₂ bei 0 °C zum Vergleich. y-Achse: Anteil der Moleküle in ‰ pro m/s.

SchallgeschwindigkeitNotiz vom Blatt: Schall ist in Luft ca. 340 m/s schnell. Die Luftmoleküle selbst sind ähnlich schnell (ca. 400 m/s). Das ist kein Zufall: Schall wird durch stossende Teilchen weitergegeben.

Auftrag 1Lesen Sie die häufigste Geschwindigkeit bei T = 0 °C ab.

Antwort

Das Maximum der Kurve liegt bei ca. 400 m/s.

Auftrag 2Bestimmen Sie den Anteil der N₂-Teilchen, die diese Geschwindigkeit besitzen.

Antwort

Ca. 2 ‰ (2 Promille = 0.2 %) pro m/s. Also nur 2 von 1000 Teilchen sind genau so schnell (±0.5 m/s).

Auftrag 3Beschreiben Sie die Änderung der Geschwindigkeit mit zunehmender Temperatur.

Antwort

Mit steigender Temperatur werden die Teilchen im Durchschnitt schneller: das Maximum wandert nach rechts. Die Kurve wird flacher und breiter: Die Geschwindigkeiten sind stärker verteilt, und weniger Teilchen haben genau dieselbe Geschwindigkeit. Die Fläche unter der Kurve bleibt gleich (es sind ja immer alle Teilchen = 100 %).

Auftrag (Abb. 2)Stellen Sie eine Hypothese für die unterschiedlichen Geschwindigkeitsverteilungen von Cl₂, N₂ und H₂ bei gleicher Temperatur auf. (Tipp: In welchen Kriterien unterscheiden sich die kleinsten Teilchen?)

Antwort

Hypothese: Die Geschwindigkeit hängt von der Masse der Teilchen ab. Schwere Teilchen sind bei gleicher Temperatur langsamer, leichte schneller. Cl₂ (71 u) ist am schwersten → am langsamsten, schmale hohe Kurve. H₂ (2 u) ist am leichtesten → am schnellsten, flache breite Kurve.

Achtung · Korrektur zu deinem BlattDie Notiz „Anziehungskraft ist nicht gleich stark“ ist hier nicht der Hauptgrund. Bei Gasen gibt es fast keine Anziehungskräfte. Entscheidend ist die Masse. In echt ist H₂ bei 0 °C sogar ca. 1500 m/s schnell (probier es im Widget aus); die Abbildung auf dem Blatt ist nur schematisch.
07

Stoffeigenschaften

Blatt S. 3 · Praktikum S. 19

Wie erkennt man einen Stoff wieder? An seinen Eigenschaften. Es gibt vier Gruppen:

1. Mit den Sinnen (subjektiv)

Geruch, Geschmack, Aussehen, Farbe, Beschaffenheit (Tasten). Subjektiv heisst: jeder Mensch nimmt es etwas anders wahr.

2. Physikalisch (objektiv)

Messbar, und die Messung verändert den Stoff nicht. Dichte, elektrische Leitfähigkeit, Wärmeleitfähigkeit, Magnetismus, Löslichkeit, Viskosität (Zähflüssigkeit), Schmelz- und Siedetemperatur, Farbe (gemessen).

3. Chemisch (objektiv)

Experimentell bestimmbar, aber die Untersuchung verändert den Stoff. Brennbarkeit, sauer/alkalisch/neutral, brandfördernd (Stoffe, die Sauerstoff abgeben), Verkohlung.

4. Ökologisch & toxikologisch

Verhalten in Lebewesen und Umwelt: Giftigkeit, Drogenwirkung, Medikamentenwirkung, Anreicherung in der Umwelt.

Merke · Der Trick für die PrüfungFrag dich: „Ist der Stoff nach dem Test noch derselbe?“ Ja → physikalisch. Nein (er ist verbrannt, verkohlt, reagiert) → chemisch.
Sortier-Übung: physikalisch oder chemisch?

Frage (S. 15, Aufg. 4)Ein Metalllöffel fühlt sich anders an als ein Plastiklöffel, wenn man damit heissen Tee umrührt. Erklären Sie.

Antwort

Metall hat eine hohe Wärmeleitfähigkeit: Die Teilchen geben die Bewegung (Wärme) schnell weiter, der Griff wird heiss. Kunststoff leitet Wärme schlecht, er isoliert. Der Griff bleibt kühl. Wärmeleitfähigkeit ist eine physikalische Eigenschaft.

FrageWarum ist „Geschmack“ für Chemiker keine gute Eigenschaft zum Erkennen eines Stoffes?

Antwort

Weil sie subjektiv ist (jeder schmeckt anders) und weil viele Laborstoffe giftig sind. Im Labor wird nie probiert!

08

Dichte

S. 15, 19, 20, 22 · Praktikum Posten 1 & 2

Die Dichte sagt, wie viel Masse in einem bestimmten Volumen steckt. Sie ist eine zusammengesetzte Grösse (aus Masse und Volumen).

ρ = m / V   m = ρ · V   V = m / ρ

ρ heisst „Rho“ (in der Chemie auch d). Einheit in der Chemie: g/cm³ (= g/ml). In der Physik (SI): kg/m³.

Umrechnung kg/m³ ↔ g/cm³ (Heft S. 22)

1 m³ = 100 cm · 100 cm · 100 cm = 1 000 000 cm³ und 1 kg = 1000 g.

1 kg/m³ = 1000 g / 1 000 000 cm³ = 0.001 g/cm³

→ kg/m³ durch 1000 = g/cm³. Beispiel Aluminium: 2700 kg/m³ = 2.7 g/cm³.

Stoffρ in g/cm³Stoffρ in g/cm³
Ethanol0.789Zink7.14
Benzin / Heptan≈ 0.70Zinn7.29
Eis0.92Eisen7.87
Wasser (4 °C)1.00Kupfer8.96
Speiseöl≈ 0.92Blei11.3
Aluminium2.70Quecksilber13.55
Beton≈ 2.35Wolfram / Gold19.3
Dichte-Rechner mit Materialbestimmung

Labor Posten 1: Dichte von Festkörpern

AufgabeEin Wolfram-Würfel, ein Aluminium-Würfel und 1 kg Wasser wiegen je 1 kg. Was fällt beim Hochheben auf?

Antwort

Alle sind gleich schwer (gleiche Masse), aber das Volumen ist ganz verschieden. Wolfram ist winzig (1000 g : 19.3 g/cm³ ≈ 52 cm³, ein Würfel von ca. 3.7 cm), Aluminium grösser (≈ 370 cm³), Wasser am grössten (1000 cm³ = 1 Liter). Je grösser die Dichte, desto kleiner das Volumen bei gleicher Masse.

AufgabeWie ändern sich Masse, Volumen und Dichte von Quecksilber im Thermometer, wenn es wärmer wird?

Antwort

Masse: bleibt gleich. Volumen: wird grösser (Teilchen bewegen sich stärker und brauchen mehr Platz → die Säule steigt). Dichte: wird kleiner (gleiche Masse in mehr Volumen).

AufgabeWie bestimmt man die Dichte eines unregelmässigen Körpers mit Waage, Messzylinder, Wasser und Faden?

Antwort
  1. Körper auf der Waage wiegen → m.
  2. Messzylinder mit Wasser füllen, Volumen ablesen (V₁).
  3. Körper am Faden ganz eintauchen, neues Volumen ablesen (V₂).
  4. V = V₂ − V₁ (Differenzmethode, Verdrängung).
  5. ρ = m / V berechnen und in der Tabelle nachschauen.

AufgabeBerechne die Dichte des Körpers aus dem Praktikum: m = 50 g, V = 7 cm³. Welches Material?

Antwort

ρ = 50 g / 7 cm³ = 7.14 g/cm³ → das passt genau zu Zink (7.14 g/cm³). (Im Blatt stand 7.15, das ist richtig gerundet nahe dran.)

Labor Posten 2: Dichte von Flüssigkeiten

Aufgabe 1Bestimmen Sie die Dichte von Wasser und Ethanol mit Waage und Messzylinder. Vorgehen?

Antwort

Leeren Messzylinder wiegen. Flüssigkeit einfüllen (z.B. 50 ml), Volumen genau ablesen (Meniskus!), wieder wiegen. Masse = Differenz der beiden Wägungen. Dann ρ = m/V. Ergebnis: Wasser ≈ 1.00 g/cm³, Ethanol ≈ 0.789 g/cm³.

Aufgabe 2Mit dem Aräometer wird bei einer Ethanol-Wasser-Mischung 0.91 g/cm³ gemessen. Ethanolgehalt? Welches Prinzip nutzt das Aräometer?

Antwort

Laut Dichtetabelle ca. 52 Gewichts-% Ethanol. Das Aräometer nutzt den Auftrieb (Prinzip von Archimedes): Es sinkt so weit ein, bis es so viel Flüssigkeit verdrängt hat, wie es selbst wiegt. In einer Flüssigkeit mit hoher Dichte schwimmt es höher, bei niedriger Dichte taucht es tiefer ein.

Ausprobieren: Aräometer (Senkwaage)

Übungsaufgaben (Blatt S. 15)

Aufgabe 1aErläutern Sie den Begriff Dichte. Berechnen Sie die Masse an Quecksilber, wenn ein 250-ml-Behälter vollständig gefüllt ist.

Antwort

Dichte = Masse pro Volumen (wie viel Masse steckt in 1 cm³). Quecksilber: ρ = 13.55 g/cm³, V = 250 ml = 250 cm³.

m = ρ · V = 13.55 g/cm³ · 250 cm³ = 3387.5 g ≈ 3.4 kg

Ein kleines Glas Quecksilber wiegt also so viel wie 3.4 Liter Wasser!

Aufgabe 1bWarum mussten die Schüler aus dem Klassenraum evakuiert werden?

Antwort

Quecksilber verdunstet schon bei Zimmertemperatur (siehe Kapitel 5). Die Dämpfe sind sehr giftig und man sieht und riecht sie nicht. Verschüttetes Quecksilber zerfällt in viele kleine Kügelchen mit grosser Oberfläche, die sich in Ritzen am Boden verteilen und dort weiter verdunsten.

Physik-Aufgabe (Heft S. 26)Eine Betonwand hat V = 10.4 m³, der Beton hat ρ = 2345 kg/m³. Welche Masse hat der Beton? Siehe Lösung in Kapitel 16.

Notiz vom Blatt„11 % der elektrischen Energie eines Landes wird für Aluminiumproduktion gebraucht“ (aus dem Artikel). Aluminium ist leicht (2.7 g/cm³), aber seine Herstellung braucht sehr viel Strom. Darum lohnt sich Recycling.
09

Geruchsproben

Praktikum Posten 3 · S. 21
MerkeEin Stoff kommt nur dann in die Nase, wenn er gasförmig ist. Flüchtige Stoffe (verdampfen leicht) riecht man gut. Die Teilchen verteilen sich durch ihre Bewegung in der Luft (Diffusion).
Labor · Fächeln!Nie direkt an der Flasche riechen. Mit der Hand die Luft über der Öffnung zur Nase fächeln. Danach die Flasche sofort wieder schliessen.
StoffFormelGeruchWo im Alltag?
EssigsäureCH₃COOHsauer, stechendSpeiseessig
AmmoniakNH₃sehr stechend, beissend, reizt die AugenPutzmittel, früher Riechfläschchen gegen Ohnmacht
Essigsäure-Ethylester (Ethylacetat)CH₃COOC₂H₅süsslich, fruchtig, lösungsmittelartigNagellackentferner, Klebstoff, Lacke

FrageNennen Sie eine Tierart, die viel besser riecht als der Mensch.

Antwort

Der Hund (ca. 200 Millionen Riechzellen, der Mensch nur ca. 5–10 Millionen). Auch Bienen, Haie oder Bären riechen sehr gut.

Frage (S. 15, Aufg. 2)Beim Zubereiten von Salat breitet sich Essiggeruch in der Küche aus. Erklären Sie mit dem Teilchenmodell.

Antwort

Essigsäureteilchen an der Oberfläche verdunsten (gehen in den gasförmigen Zustand über). Die Gasteilchen bewegen sich ständig und ungeordnet und stossen mit Luftteilchen zusammen. So verteilen sie sich von selbst im ganzen Raum (Diffusion). Einige gelangen in unsere Nase.

Achtung · Korrektur zu deinem BlattIm Blatt stand etwas von „Reibung“. Das ist falsch. Die Erklärung ist Verdunsten + ungeordnete Teilchenbewegung (Diffusion). Und bei Ammoniak steht „Bleichmittel“: Bleichmittel riecht nach Chlor, Ammoniak riecht eher wie Putzmittel oder Urin.

Aromen A–DBeschreibe die Aromastoffe so, dass du sie wiedererkennst.

Antwort

Deine Notizen: Orange/Mango-artig, Eukalyptus, Gewürznelke, „Zahnarzt / Hustenbonbon“. Gut zu wissen: Der typische Zahnarzt-Geruch kommt von Eugenol aus der Gewürznelke. Eukalyptus und Menthol riechen kühl und frisch (Hustenbonbons). Wichtig ist, möglichst genau zu beschreiben (süss, scharf, frisch, holzig …).

10

Löslichkeit

Praktikum S. 16, 17

Im Versuch wurden fünf Stoffe zuerst mit Wasser und dann zusätzlich mit Benzin (Heptan) geschüttelt.

Stoffnach Wasserzugabenach Benzinzugabe
Sudanrot (Farbstoff)kaum löslich, leichte Färbunglöslich, Benzinschicht rot
Kerzenwachsnicht löslichetwas löslich, trüb
Iodkaum löslich, leicht gelb-braunlöslich, Benzinschicht violett
Kochsalzlöslichnicht löslich (bleibt im Wasser)
Speiseölnicht löslich, trennt sich wiedergut löslich
Merke · „Gleiches löst sich in Gleichem“Wasserähnliche Stoffe (Salz, Zucker) lösen sich in Wasser. Fettähnliche Stoffe (Öl, Wachs, Iod, Sudanrot) lösen sich in Benzin. Fachwörter: hydrophil = wasserliebend, lipophil = fettliebend (= hydrophob, wasserabweisend).

BeobachtungWarum liegt das Benzin als Schicht über dem Wasser?

Antwort

Benzin und Wasser mischen sich nicht (heterogen, 2 Phasen). Benzin hat eine kleinere Dichte (≈ 0.7 g/cm³) als Wasser (1.0 g/cm³), darum schwimmt es oben.

Aufgabe 1Welche Stoffe lösen sich besser in Wasser und welche besser in Benzin?

Antwort

Wasser: Kochsalz. Benzin: Sudanrot, Kerzenwachs, Iod, Speiseöl (also alle ausser Kochsalz).

Aufgabe 1bIst Wasser oder Benzin das bessere Lösungsmittel? Begründen Sie.

Antwort

In diesem Versuch hat Benzin mehr Stoffe gelöst (4 von 5). Allgemein gibt es aber kein „besseres“ Lösungsmittel. Es hängt immer davon ab, welcher Stoff gelöst werden soll: Wasser für wasserähnliche Stoffe, Benzin für fettähnliche.

Aufgabe 2Wie könnte man die Stoffeigenschaft Löslichkeit definieren? Welche Zusatzangaben braucht es zwingend?

Antwort

Löslichkeit = die maximale Masse eines Stoffes, die sich in einer bestimmten Menge Lösungsmittel lösen lässt (z.B. g pro 100 g Wasser oder g pro Liter).

Zwingende Zusatzangaben: 1. welches Lösungsmittel, 2. welche Temperatur (bei Gasen auch der Druck).

Beispiel: Kochsalz: 35.9 g in 100 g Wasser bei 20 °C.

Achtung · Korrektur zu deinem Blatt„Masse/Volumen = 1 g/l“ ist nur ein Beispielwert, keine Definition. Wichtig ist das Wort maximal (Sättigung) und die Angabe von Lösungsmittel und Temperatur.

Aufgabe 3Planen Sie ein Experiment zur Bestimmung der Löslichkeit (wie ein Kochrezept).

Antwort
  1. Genau 100 ml Wasser abmessen, Temperatur messen und konstant halten (z.B. 20 °C).
  2. Den Stoff in kleinen, gewogenen Portionen (z.B. je 1 g) zugeben.
  3. Nach jeder Portion rühren, bis alles gelöst ist.
  4. Wiederholen, bis sich ein Rest nicht mehr löst (die Lösung ist gesättigt).
  5. Alle gelösten Portionen zusammenzählen → Löslichkeit in g pro 100 ml bei 20 °C.
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Arten von Stoffgemischen

Blatt S. 8 · S. 15 Aufg. 5

Eine Phase ist ein Bereich mit überall gleicher Stoffzusammensetzung.

Homogen („einheitlich“)

Nur eine Phase, auch im Mikroskop sieht alles gleich aus. Beispiel: Salzwasser.

Heterogen („verschiedenartig“)

Mindestens zwei Phasen, eventuell erst im Mikroskop sichtbar. Beispiel: Pfeffer + Salz (weisse Kristalle + schwarze Punkte).

a) Homogene Gemische

ZustandNameBeispiele
festLegierungMessing (Kupfer + Zink), Bronze, Stahl
flüssig (Flüssigkeit mit gelöstem Feststoff/Flüssigkeit/Gas)LösungSalzwasser, Zuckerwasser, „Pseudowein“ (Ethanol + Wasser), Mineralwasser (CO₂)
gasförmigGasgemischLuft (Stickstoff, Sauerstoff …)

b) Heterogene Gemische

Zustand der PhasenNameBeispiele
fest in festGemengeGestein (Granit), Meersand, Müesli
fest in flüssigSuspensionSchlammwasser, Wandfarbe, Orangensaft mit Fruchtfleisch
fest in gasförmigRauchZigarettenrauch, Staub in der Luft
flüssig in flüssigEmulsionHandcreme, Salatdressing, Milch
flüssig in gasförmigNebel (Aerosol)Nebel, Haarspray, Spraydose
gasförmig in festfester Schaum (porös)Styropor, Kork, Bimsstein
gasförmig in flüssigSchaumRasierschaum, Schlagrahm, Bierschaum

So sehen die Gemische unter der Lupe aus

Jedes Bild zeigt einen stark vergrösserten Ausschnitt. Die Hintergrundfarbe zeigt den Stoff, in dem etwas verteilt ist. Die Formen zeigen, was darin verteilt ist.

fest (eckige Körner)   flüssig (runde Tröpfchen)   gasförmig (leere Blasen)

Homogen: überall gleich, nur eine Phase

Heterogen: verschiedene Bereiche, mindestens zwei Phasen

Bestimmungshilfe: Welches Gemisch ist es?

In drei Schritten zum richtigen Namen

  1. Reinstoff oder Gemisch? Besteht es aus mehreren Stoffen? (Zutatenliste lesen hilft.)
  2. Homogen oder heterogen? Ist es klar und überall gleich → homogen. Ist es trüb, körnig, schaumig oder sieht man Schichten → heterogen.
  3. Welche Zustände? „Was ist verteilt?“ und „Worin?“ → Name aus der Tabelle.
Beispiel · Orangensaft mit Fruchtfleisch1. Mehrere Stoffe (Wasser, Zucker, Fruchtfleisch) → Gemisch. 2. Trüb, Stückchen sichtbar → heterogen. 3. Feste Stückchen in Flüssigkeit → Suspension. Zusatz: Der Zucker im Saft ist gelöst, dieser Teil ist eine Lösung. Ein Lebensmittel kann also mehrere Gemischarten gleichzeitig sein.
Aus dem AlltagWas in was?homogen / heterogenName
Tee (ohne Blätter), Essig, SirupStoffe gelöst in WasserhomogenLösung
Cola in der geschlossenen FlascheZucker und CO₂ gelöst in WasserhomogenLösung
Cola im Glas mit BläschenGasblasen in FlüssigkeitheterogenSchaum (Gas in flüssig)
Goldschmuck (750er Gold), 5-Rappen-StückMetalle ineinanderhomogenLegierung
Erdgas, Atemluft in der TaucherflascheGase ineinanderhomogenGasgemisch
Beton, Erde, StudentenfutterFeststoffe nebeneinanderheterogenGemenge
Blut, Zahnpasta, Kakaogetränkfeste Teilchen in FlüssigkeitheterogenSuspension
Russ aus dem Kamin, Feinstaubfeste Teilchen in LuftheterogenRauch
Mayonnaise, Sonnencrème, VinaigretteTröpfchen in FlüssigkeitheterogenEmulsion
Wolken, Dampf über der Pfanne, DeosprayTröpfchen in LuftheterogenNebel (Aerosol)
Brot, Schwamm, Schaumstoff-MatratzeGasblasen in Feststoffheterogenfester Schaum
Badeschaum, Meringue-Masse (Eischnee)Gasblasen in FlüssigkeitheterogenSchaum
Typische Fallen in der Prüfung „Dampf“: Der weisse „Dampf“ über dem Kochtopf ist Nebel (Tröpfchen). Echter Wasserdampf ist ein unsichtbares Gas.
Milch: sieht einheitlich aus, ist aber heterogen (Emulsion). Trüb = heterogen.
Rauch und Nebel: Rauch = feste Teilchen in Gas, Nebel = flüssige Tröpfchen in Gas.
Lösung: immer klar (darf aber farbig sein, z.B. Sirup). Wird nie von selbst wieder trüb.

ÜbungBestimme die Gemischart: a) Sirup b) Wolke c) Bimsstein d) Bronze e) Ölfarbe mit Farbpulver f) Russ in der Luft g) Vinaigrette h) Bierschaum.

Antwort

a) Lösung · b) Nebel (Aerosol) · c) fester Schaum · d) Legierung · e) Suspension · f) Rauch · g) Emulsion · h) Schaum.

ÜbungEin Glas Wasser mit Sand und Salz wird umgerührt. Welche Gemischarten liegen vor?

Antwort

Das Salz löst sich → Lösung (homogen). Der Sand löst sich nicht → Suspension (heterogen). Insgesamt ist das Glas ein heterogenes Gemisch, weil man zwei Phasen erkennt (Sand und Salzwasser).

ÜbungWie viele Phasen hat ein Glas mit Wasser, Öl und einem Eiswürfel?

Antwort

Drei: Öl (flüssig), Wasser (flüssig), Eis (fest). Wasser und Eis sind derselbe Stoff, aber zwei verschiedene Phasen.

ÜbungWoran erkennst du ohne Mikroskop, ob eine Flüssigkeit eine Lösung oder eine Suspension/Emulsion ist?

Antwort

Eine Lösung ist klar (durchsichtig), und es setzt sich nichts ab. Suspensionen und Emulsionen sind trüb. Bei einer Suspension setzen sich die Teilchen mit der Zeit am Boden ab, eine Emulsion trennt sich in zwei Schichten.

EselsbrückeSu-s-pension = Sand/Schlamm im Wasser. E-mulsion = Milch. Und: Ein Gas in Gas ist immer homogen.
Übung: Welche Gemischart ist es?

Frage (S. 15, Aufg. 5)Ist Vollmilchschokolade ein Reinstoff oder ein Gemisch? Klassifizieren Sie vollständig und begründen Sie.

Antwort

Ein Gemisch, denn sie besteht aus mehreren Stoffen: Zucker, Kakaomasse, Kakaobutter, Milchpulver. Genauer: ein heterogenes Gemisch, denn unter dem Mikroskop erkennt man feine feste Zucker-, Kakao- und Milchteilchen in der Kakaobutter (fest in fest → Gemenge). Mit blossem Auge sieht sie gleichmässig aus, das täuscht.

FrageIst Leitungswasser ein Reinstoff?

Antwort

Nein. Leitungswasser enthält gelöste Mineralstoffe (z.B. Kalk) und Gase. Es ist ein homogenes Gemisch (Lösung). Nur destilliertes Wasser ist (fast) ein Reinstoff.

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Emulsionen und Kosmetik

Theorie S. 23 · Fragen S. 9

Crèmes und Lotionen sind Emulsionen: feinste Tröpfchen einer Flüssigkeit in einer anderen, die sich eigentlich nicht mischen (Wasser und Öl). Wassergehalt 30–80 %. Emulsionen sind meist milchig-trüb (Tröpfchen 1–100 µm).

O/W = Öl-in-Wasser

Öltröpfchen im Wasser. Häufigster Typ, wie der Schutzfilm der Haut. Zieht gut ein, mit Wasser verdünnbar. Beispiele: Handcreme, Bodylotion, Milch.

W/O = Wasser-in-Öl

Wassertröpfchen im Öl. Fettreich, gibt auf Papier einen durchscheinenden Fettfleck. Beispiele: Babycrème, Butter, Sonnencrème für Skifahrer.

Emulgatoren

Wasser und Öl allein entmischen sich schnell wieder. Ein Emulgator macht die Emulsion stabil. Ein Emulgator-Molekül hat zwei Teile:

Kopf hydrophil (liebt Wasser) lipophil = hydrophob (liebt Fett) Kopf ragt ins Wasser, Schwanz ins Öl.
So wirkt ein EmulgatorDie Moleküle setzen sich an die Grenzfläche zwischen Öl und Wasser: Kopf ins Wasser, Schwanz ins Öl. Sie senken die Grenzflächenspannung und bilden einen Film um jedes Tröpfchen. Dadurch können die Tröpfchen nicht mehr zusammenfliessen. In der Milch übernehmen Eiweisse diese Aufgabe. Beim Buttern zerstört man die Eiweisshülle durch Schlagen, dann fliesst das Fett zusammen.

Warum mischen sich Wasser und Öl nicht?

Wasserteilchen ziehen sich gegenseitig sehr stark an. Ölteilchen ziehen Wasserteilchen kaum an. Die Wasserteilchen bleiben darum lieber unter sich und drängen das Öl hinaus. Das Öl sammelt sich und schwimmt oben, weil es die kleinere Dichte hat (≈ 0.92 g/cm³).

Bild im Kopf · Der DolmetscherStell dir zwei Gruppen auf dem Pausenplatz vor: Die eine spricht nur Deutsch (Wasser), die andere nur Japanisch (Öl). Sie bleiben getrennt. Jetzt kommt jemand, der beide Sprachen kann. Er stellt sich zwischen die Gruppen und verbindet sie. Genau das macht ein Emulgator: Sein Kopf „spricht Wasser“, sein Schwanz „spricht Öl“.
Ausprobieren: Schüttelversuch mit und ohne Emulgator

Links nur Wasser + Öl: Die Tröpfchen fliessen zusammen, steigen auf und bilden wieder eine Ölschicht. Rechts mit Emulgator: Jedes Tröpfchen hat eine Schutzhülle und bleibt fein verteilt.

Emulsionen im Alltag

BeispielTypEmulgatorGut zu wissen
Milch, RahmO/WMilcheiweiss (Casein)Fetttröpfchen ca. 1 µm. Bei frischer Milch steigt das Fett langsam auf: sie „rahmt auf“.
MayonnaiseO/WLecithin aus dem EigelbBesteht zu ca. 80 % aus Öl und ist trotzdem O/W! Das Öl muss tropfenweise eingerührt werden.
Salatsauce mit SenfO/WStoffe aus dem SenfOhne Senf trennt sich die Sauce nach einer Minute, mit Senf bleibt sie cremig.
ButterW/OMilcheiweiss, LecithinCa. 82 % Fett mit feinen Wassertröpfchen. Entsteht aus Rahm (O/W) durch Schlagen: Die Emulsion „kippt um“.
MargarineW/OLecithin (E 322), E 471Auf der Zutatenliste steht das Wort „Emulgator“.
Handcrème, BodylotionO/Wz.B. TegomulsZieht schnell ein, fühlt sich leicht an.
Babycrème, Melkfett, wasserfeste SonnencrèmeW/Ofettlösliche EmulgatorenFettig, schützt die Haut vor Nässe, lässt sich schlecht mit Wasser abwaschen.
Welcher Typ entsteht?Die Flüssigkeit aussen bestimmt, wie sich die Emulsion verhält. O/W: aussen Wasser → mit Wasser verdünnbar und abwaschbar, leitet Strom. W/O: aussen Öl → fettig, wasserabweisend, macht einen Fettfleck.

Darum wäscht Spülmittel Fett weg

Spülmittel und Seife enthalten Tenside. Das sind Emulgatoren. Ihre Schwänze stecken sich in den Fettfleck, die Köpfe schauen ins Wasser. Das Fett wird in kleine Kügelchen verpackt (Mizellen) und mit dem Wasser weggespült. Nur mit Wasser geht das nicht, weil Wasser das Fett nicht „anfassen“ kann.

Küchenversuch für zu Hause
  1. Zwei Gläser je zur Hälfte mit Wasser füllen, je einen Esslöffel Speiseöl dazugeben.
  2. In das zweite Glas einen Tropfen Spülmittel (oder etwas Eigelb) geben.
  3. Beide Gläser verschliessen und 10 Sekunden kräftig schütteln.
  4. Beobachtung: Glas 1 ist kurz trüb, nach etwa einer Minute schwimmt das Öl wieder oben. Glas 2 bleibt milchig-weiss.
  5. Erklärung: In Glas 2 umhüllt der Emulgator jedes Öltröpfchen. Die Tröpfchen können nicht mehr zusammenfliessen.

Warum sind Emulsionen milchig-weiss?

Öl und Wasser sind beide durchsichtig. In der Emulsion trifft das Licht aber auf Millionen winziger Tröpfchen und wird an jeder Grenzfläche in alle Richtungen abgelenkt (gestreut). Darum sieht die Mischung weiss und trüb aus. Das ist auch der Unterschied zur Lösung: Eine Lösung (Zuckerwasser) ist klar und homogen. Eine Emulsion ist trüb und heterogen (zwei Phasen, unter dem Mikroskop sichtbar).

Rechenbeispiel · Warum kleine Tröpfchen so viel bringen

Ein Öltropfen mit 1 cm Durchmesser hat die Oberfläche π · d² = 3.14 cm². Jetzt wird er in Tröpfchen von 1 µm (= 0.0001 cm) zerteilt.

Anzahl = (1 cm / 0.0001 cm)³ = (10⁴)³ = 10¹² Tröpfchen
Gesamtoberfläche = 10¹² · π · (0.0001 cm)² = 31 400 cm² ≈ 3.14 m²

Die Grenzfläche ist 10 000-mal grösser geworden: von der Grösse einer Münze zur Grösse einer Tischplatte. Darum können Verdauungsenzyme fein verteiltes Fett viel schneller angreifen (Aufgabe 5 mit den Gallensäuren). Und darum braucht es viel Emulgator, um diese riesige Fläche zu bedecken.

FachwortBedeutung
Emulsionheterogenes Gemisch flüssig in flüssig (feine Tröpfchen)
Emulgator / TensidStoff mit hydrophilem Kopf und lipophilem Schwanz, hält Emulsionen stabil
hydrophilwasserliebend (griech. hydor = Wasser)
lipophil = hydrophobfettliebend = wassermeidend (griech. lipos = Fett)
GrenzflächeBerührungsfläche zwischen Öl und Wasser
Grenzflächenspannung„Widerstand“ der beiden Flüssigkeiten, eine grosse gemeinsame Fläche zu bilden
MizelleKügelchen aus Emulgator-Molekülen mit Fett im Inneren
EntmischungTröpfchen fliessen zusammen, die Emulsion trennt sich in zwei Schichten

ZusatzfrageMayonnaise besteht zu 80 % aus Öl. Warum ist sie trotzdem eine O/W-Emulsion, und wie kannst du das prüfen?

Antwort

Der Typ hängt nicht davon ab, wovon mehr da ist, sondern davon, welche Flüssigkeit aussen ist. Das Lecithin aus dem Eigelb umhüllt die Öltröpfchen, das Wasser (aus Eigelb, Essig, Zitronensaft) bildet die äussere Phase. Prüfen: Mayonnaise lässt sich mit Wasser verdünnen und vom Teller abwaschen → O/W.

ZusatzfrageWarum gerinnt („bricht“) eine Mayonnaise, wenn man das Öl zu schnell dazugiesst?

Antwort

Es kommt mehr Öl dazu, als der Schwingbesen in feine Tröpfchen zerteilen und der Emulgator umhüllen kann. Die grossen Öltropfen fliessen zusammen, die Emulsion entmischt sich.

ZusatzfrageWarum kann man fettige Hände nicht nur mit Wasser sauber waschen, mit Seife aber schon?

Antwort

Wasser und Fett mischen sich nicht, das Wasser perlt ab. Seife ist ein Tensid: Der lipophile Schwanz dringt ins Fett ein, der hydrophile Kopf bleibt im Wasser. Das Fett wird in Mizellen verpackt und weggespült.

ZusatzfrageOrdne zu (O/W oder W/O): Milch, Butter, Bodylotion, Babycrème, Mayonnaise.

Antwort

O/W: Milch, Bodylotion, Mayonnaise. W/O: Butter, Babycrème.

ZusatzfrageWas ist der Unterschied zwischen einer Emulsion, einer Suspension und einer Lösung?

Antwort

Emulsion: flüssig in flüssig, heterogen, trüb (Milch). Suspension: fest in flüssig, heterogen, setzt sich ab (Schlammwasser). Lösung: homogen, klar, nur eine Phase (Zuckerwasser).

Fragen und Aufgaben (S. 9)

Aufgabe 1Testen Sie, um welchen Emulsionstyp es sich bei der Handcrème handelt. Beobachtung und Testergebnis?

Antwort

Möglicher Test 1 (Verdünnen): Etwas Crème in Wasser geben und rühren. Lässt sie sich gut mit Wasser verdünnen (milchige Flüssigkeit) → O/W.

Möglicher Test 2 (Fettfleck): Crème auf Papier streichen. Durchscheinender Fettfleck → W/O. Kein deutlicher Fettfleck → O/W.

Möglicher Test 3 (Farbstoff): Wasserlöslichen Farbstoff (z.B. Methylenblau) daraufgeben. Färbt sich die ganze Crème gleichmässig → Wasser ist aussen → O/W.

Ergebnis: Die selbst gemachte Handcrème ist eine O/W-Emulsion.

Aufgabe 2Stellen Sie alle Faktoren zusammen, die zur Wirkung des Emulgators (Tegomuls) beitragen.

Antwort
  • Ein Teil des Moleküls ist hydrophil (wasserlöslich), der andere lipophil (fettlöslich).
  • Die Moleküle lagern sich an der Grenzfläche Öl/Wasser an.
  • Sie senken die Grenzflächenspannung, so lassen sich feine Tröpfchen leichter bilden.
  • Sie bilden einen Film um jedes Tröpfchen und verhindern das Zusammenfliessen.
  • Kräftiges Rühren/Mischen verteilt die Tröpfchen fein (grosse Grenzfläche).

Aufgabe 3Zeichnen Sie ein analoges Bild zur W/O-Emulsion.

Antwort

Siehe Zeichnung oben rechts: Wassertröpfchen im Öl. Die Emulgator-Moleküle zeigen mit dem Kopf nach innen (ins Wassertröpfchen) und mit dem Schwanz nach aussen (ins Öl). Bei O/W ist es genau umgekehrt.

Aufgabe 4Nennen Sie mindestens zwei Gründe, weshalb die Crème unbrauchbar werden kann.

Antwort
  • Bakterien und Schimmelpilze wachsen im Wasseranteil (ohne Konservierungsmittel).
  • Entmischung: Die Emulsion trennt sich in Öl und Wasser.
  • Das Öl wird ranzig (reagiert mit Sauerstoff aus der Luft).
  • Wasser verdunstet, die Crème trocknet aus.

Aufgabe 5Gallensäuren verteilen Fett im Darm in feinste Tröpfchen, damit Enzyme (die nur im Wasser arbeiten) es verdauen können. Wie sind Gallensäure-Moleküle wohl aufgebaut?

Antwort

Wie Emulgatoren (Tenside): Sie haben einen hydrophilen und einen lipophilen Teil. So umhüllen sie die Fetttröpfchen im wässrigen Darminhalt. Die Fetttröpfchen werden sehr klein → grosse Oberfläche → die Enzyme können gut angreifen.

13

Zuckergehalt von Getränken

Praktikum S. 18

Zuckergehalt (%) = m(Zucker) / m(Zuckerwasser) · 100 %

Beispiel vom Blatt5 g Zucker in 95 g Wasser → Masse der Lösung = 100 g → 5 / 100 · 100 % = 5 %.
Falle: Man teilt durch die Masse der ganzen Lösung (Zucker + Wasser), nicht nur durch das Wasser!

Idee des Praktikums: Gelöster Zucker macht eine Flüssigkeit dichter. Man stellt Zuckerlösungen mit 5, 10, 15, 20 % her und misst ihre Dichte. Die 4 Punkte im Diagramm ergeben eine Gerade: die Eichgerade. Danach misst man die Dichte eines Getränks (Kohlensäure vorher entfernen!) und liest den Zuckergehalt ab.

Ausprobieren: Eichgerade ablesen

ÜbungDu löst 20 g Zucker in 230 g Wasser. Zuckergehalt?

Antwort

m(Lösung) = 20 + 230 = 250 g. 20 / 250 · 100 % = 8 %.

ÜbungWie viel Zucker brauchst du für 200 g einer 15%igen Lösung?

Antwort

0.15 · 200 g = 30 g Zucker und 170 g Wasser.

Übung100 ml Eistee wiegen 104.1 g. Dichte? Zuckergehalt ungefähr?

Antwort

d = 104.1 g / 100 ml = 1.041 g/ml. Auf der Eichgerade: ca. 10 % Zucker.

FrageWarum muss man bei Cola die Kohlensäure vorher entfernen?

Antwort

Die Gasbläschen verfälschen die Messung (sie nehmen Volumen ein, lassen das Aräometer steigen). Ausserdem geht man davon aus, dass nur der Zucker die Dichte verändert.

14

Alkoholgehalt von Wein: Destillation

Praktikum S. 10–14

A.1 Gärung

Hefezellen wandeln Zucker (Glucose) in Alkohol (Ethanol) und Kohlenstoffdioxid um. Bei ca. 15 Vol-% Ethanol sterben die Hefen ab, die Gärung hört auf. Will man mehr Alkohol (Schnaps, z.B. Baselbieter Kirsch), muss man destillieren („Schnapsbrennen“).

C₆H₁₂O₆ → 2 C₂H₅OH + 2 CO₂
Glucose → Ethanol + Kohlenstoffdioxid (mit Hefe)

A.2 Siedepunkt

A.3 Destillation

Trennt flüssige Gemische über die unterschiedlichen Siedepunkte. Der Stoff mit dem tieferen Siedepunkt verdampft zuerst, im Kühler wird der Dampf wieder flüssig und tropft in die Vorlage (= Destillat).

Heizhaube Siedekolben Wein + Siedesteine Thermometer (misst Dampftemperatur) Liebig-Kühler Kühlwasser rein (unten) Kühlwasser raus (oben) Vorstoss Vorlage mit Destillat
Warum Kühlwasser von unten?So ist der Kühlmantel immer ganz mit Wasser gefüllt, und das kälteste Wasser trifft dort auf den Dampf, wo er schon fast flüssig ist (Gegenstromprinzip). Kühlt am besten.
Azeotrop: Warum kein 100%iger Alkohol?Ethanol siedet bei 78.3 °C, Wasser bei 100 °C. Trotzdem verdampft immer auch etwas Wasser mit. Ethanol und Wasser bilden ein azeotropes Gemisch (96.5 Vol-% Ethanol + 3.5 Vol-% Wasser), das schon bei 78.2 °C siedet und sich durch Destillation nicht weiter trennen lässt.

A.4 Dichte: Aräometer und Pyknometer

Aräometer

Glaskörper mit Skala und Bleischrot unten. Schwimmt in der Flüssigkeit; die Dichte liest man an der Eintauchtiefe ab (Meniskus beachten!). Schnell, etwas ungenauer.

Pyknometer

Glaskolben mit Stopfen mit feiner Kapillare, genaues Volumen. Leer wiegen, randvoll füllen (Überlauf abwischen), wieder wiegen. Masse = Differenz, Volumen steht drauf. Sehr genau.

B.1 Durchführung: Warum macht man jeden Schritt?

SchrittWozu?
Leeren 100-ml-Messkolben wiegen (m₀)Um später die Masse des „Pseudoweins“ als Differenz zu berechnen.
Genau bis zur Marke mit 100 ml Wein füllenExaktes Ausgangsvolumen. Unterkante des Meniskus auf Augenhöhe.
3 × mit 10 ml dest. Wasser nachspülenDamit kein Alkohol im Messkolben zurückbleibt.
Siedesteinchen + TanninSiedesteine verhindern Siedeverzug (plötzliches Aufschäumen/Herausspritzen). Tannin vermindert Schaumbildung.
5 ml NaOH-Lösung zugebenWandelt flüchtige Säuren (z.B. Essigsäure) in nicht flüchtige Salze um. Sonst würden sie mitdestillieren und die Dichte verfälschen.
Höchstens 95 °C, ca. 2 Tropfen pro SekundeLangsam destillieren, damit möglichst wenig Wasser mitkommt und kein Alkohol unkondensiert entweicht.
Bei ca. 30 ml Destillat aufhörenDann ist praktisch aller Alkohol übergegangen.
Mit dest. Wasser auf genau 100 ml auffüllen, kühlen„Pseudowein“: gleicher Alkohol wie im Wein, aber ohne Zucker, Farbstoffe, Säuren. Gleiches Volumen wie vorher, darum vergleichbar. Kühlen, weil die Dichte von der Temperatur abhängt.
Deine Messdaten (S. 13)T₀ (erster Tropfen) = 80 °C, T_E (Ende) = 90 °C. Die Temperatur steigt beim Sieden → Wein ist ein Gemisch (Siedebereich). Der Start bei ca. 80 °C passt zum Siedepunkt von Ethanol (78 °C).

B.2 Auswertung, Schritt für Schritt

Rechner: Auswertung Pseudowein

Tabelle: gerundete Literaturwerte Ethanol/Wasser bei 20 °C. Im Praktikum gilt die Tabelle im Anhang deines Blattes.

Vol-% Ethanol02468101214161820
Dichte g/ml0.99820.99530.99250.99000.98760.98520.98290.98060.97840.97620.9739

Auswertung 1Berechnen Sie die Dichte des Pseudoweins.

Antwort

m(Pseudowein) = m_E − m₀ = 152.797 g − 54.912 g = 97.885 g
d = m / V = 97.885 g / 100 ml = 0.979 g/ml

Achtung · Korrektur zu deinem BlattAuf S. 14 steht „98.093 g → 0.981 g/ml“, auf S. 13 aber 97.885 g und „0.978“. Mit deinen gewogenen Werten ergibt sich 0.979 g/ml. Prüfe in der Prüfung immer, ob du die richtigen Zahlen übernimmst.

Auswertung 2Ermitteln Sie den Alkoholgehalt durch Interpolieren.

Antwort

Interpolieren heisst: Der Wert liegt zwischen zwei Tabellenwerten, man schätzt anteilig.

0.979 liegt zwischen 14 % (0.9806) und 16 % (0.9784). Abstand 0.9806 → 0.9784 = 0.0022 für 2 %. Von 0.9806 bis 0.979 sind es 0.0016.

14 % + 0.0016/0.0022 · 2 % ≈ 14 % + 1.5 % = 15.5 %

Mit d = 0.981 (Wert im Blatt) erhält man ca. 13.3 %, genau wie im Blatt.

Auswertung 3Wie gross ist die Abweichung? (Formel: Differenz · 100 % / selbst ermittelter Wert)

Antwort

Mit den Werten aus dem Blatt (13.3 % und Hersteller 11.5 %):

(13.3 − 11.5) · 100 % / 13.3 = 1.8 · 100 / 13.3 ≈ 13.5 %

Das ist eine grosse Abweichung.

Auswertung 3bWoher könnte die Abweichung stammen? Fehlerquellen?

Antwort
  • Volumen ungenau abgelesen (Meniskus). Schon 1 ml zu wenig Wasser ≈ 1 g weniger → die Dichte ändert sich um 0.01 g/ml, das sind mehrere Prozent Alkohol!
  • Messkolben nicht trocken oder aussen nass beim Wiegen.
  • Temperatur nicht 20 °C (Dichte hängt von der Temperatur ab).
  • Alkohol ist während der Destillation entwichen, oder es wurde zu wenig lang destilliert.
  • Andere flüchtige Stoffe (Aromen, Säuren) sind mitdestilliert.
  • Ablesefehler an der Waage, Rundungsfehler, Tropfen am Vorstoss.

C. Fragen (S. 10)

Frage 1Weshalb kann man zur Bestimmung des Alkoholgehalts nicht direkt die Dichte des Weins ermitteln?

Antwort

Wein ist ein Gemisch aus vielen Stoffen (Wasser, Alkohol, Zucker, Säuren, Farbstoffe …) in unbekannter Menge. Zucker erhöht die Dichte, Alkohol senkt sie. Die Dichte des Weins sagt also nichts Eindeutiges über den Alkohol. Darum destilliert man den Alkohol ab und misst ein reines Ethanol-Wasser-Gemisch.

Frage 2Wie ändert sich die Eintauchtiefe des Aräometers mit steigender Temperatur? Weshalb? (Teilchenebene)

Antwort

Das Aräometer taucht tiefer ein. Grund: Bei höherer Temperatur bewegen sich die Teilchen schneller und brauchen mehr Platz → Volumen grösser bei gleicher Masse → Dichte kleiner → weniger Auftrieb → das Aräometer sinkt tiefer.

Frage 3Ist das Destillat rein? Begründung.

Antwort

Nein. Die Siedepunkte von Ethanol (78 °C) und Wasser (100 °C) liegen nahe beieinander, und Wasser- und Alkoholteilchen ziehen sich stark an. Darum verdampft immer etwas Wasser mit (Azeotrop: maximal 96.5 % Ethanol). Auch Aromastoffe gehen mit.

Frage 4Nennen und erklären Sie zwei Vorgänge aus Alltag oder Technik, bei denen die Dichte eine Rolle spielt.

Antwort
  • Schwimmen/Schiff: Ein Körper schwimmt, wenn seine (durchschnittliche) Dichte kleiner ist als die des Wassers. Ein Stahlschiff schwimmt, weil es innen viel Luft enthält.
  • Eisberg: Eis (0.92 g/cm³) ist weniger dicht als Wasser und schwimmt.
  • Heissluftballon: Warme Luft hat eine kleinere Dichte als kalte Luft und steigt auf.
  • Öl auf Wasser: Öl schwimmt oben (Ölteppich).
Achtung · Korrektur zu deinem Blatt„Fliegen: Dichte unter der Tragfläche grösser“ stimmt so nicht. Beim Flugzeug geht es um Druckunterschiede. Nimm lieber Heissluftballon oder Eisberg.

Frage 5Warum Vakuumdestillation bei hitzeempfindlichen Stoffen? Wie wirkt die Druckverminderung?

Antwort

Bei geringerem Druck sind weniger Gasteilchen über der Flüssigkeit. Die Teilchen können leichter in die Gasphase übertreten → der Siedepunkt sinkt. So kann man bei tieferer Temperatur destillieren, und die hitzeempfindlichen Stoffe werden nicht zerstört.

Frage 6Alkoholgehalte verschiedener Getränke?

Antwort

Bier 3–6 % (Starkbier bis 13 %), alkoholfreies Bier < 0.5 %, Wein 11–15 %, Schnaps 30–50 % (alles Vol-%).

Frage 7Welche Aufgabe haben die Glaswaren in diesem Versuch?

Antwort
Messkolbengenaues Volumen (100 ml) abmessen, Vorlage für das Destillat
TrichterWein ohne Verlust in den Siedekolben füllen
SiedekolbenGemisch erhitzen
Claisen-AufsatzVerbindung Kolben–Kühler, hält das Thermometer
ThermometerTemperatur des Dampfes messen
Liebig-KühlerDampf abkühlen und kondensieren
VorstossDestillat in die Vorlage leiten
Schliffsicherunghält die Glasverbindungen zusammen
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Physik: Arbeitsweise und SI-System

Heft S. 24

Physik untersucht alles, was nicht lebt (unbelebte Natur). Der Arbeitsprozess:

Naturphänomen → Frage → These (Hypothese) → Experiment → Auswertung

Damit alle Forscher weltweit gleich messen, gibt es das SI-Einheitensystem mit 7 Basisgrössen. Jede Basiseinheit ist heute über eine Naturkonstante festgelegt.

BasisgrösseZeichenEinheitfestgelegt durch
Zeitts (Sekunde)Schwingungsfrequenz des Cäsium-133-Atoms
Längelm (Meter)Lichtgeschwindigkeit c
Massemkg (Kilogramm)Planck'sches Wirkungsquantum h
Stoffmengenmol (Mol)Avogadro-Konstante N_A
StromstärkeIA (Ampère)Elementarladung e
TemperaturTK (Kelvin)Boltzmann-Konstante k_B
LichtstärkeI_vcd (Candela)Lichtausbeute K_cd (Experiment)
MerkeDas Diagramm im Heft zeigt: Die Sekunde ist die wichtigste Basis. Meter, Kilogramm, Ampère, Kelvin und Candela bauen auf ihr auf. Alle anderen Einheiten (z.B. km/h, kg/m³, Newton) sind abgeleitete Einheiten.

FrageIst „Dichte“ eine Basisgrösse?

Antwort

Nein. Die Dichte ist aus Masse und Länge (Volumen = Länge³) zusammengesetzt, also eine abgeleitete Grösse mit der Einheit kg/m³.

16

Zehnerpotenzen und signifikante Ziffern

Heft S. 25, 26
10⁰ = 1
10¹ = 10
10² = 100
10³ = 1 000
10⁶ = 1 000 000
10⁻¹ = 0.1
10⁻² = 0.01
10⁻³ = 0.001
10⁻⁶ = 0.000 001
Hochzahl = Anzahl Stellen

Wissenschaftliche Schreibweise

Eine Zahl zwischen 1 und 10 mal eine Zehnerpotenz: a · 10ⁿ mit 1 ≤ a < 10

Beispiele aus dem Heft 3 423 000 m = 3.423 · 10⁶ m (Komma 6 Stellen nach links)
8 490 000 000 kg = 8.49 · 10⁹ kg
0.000 008 46 A = 8.46 · 10⁻⁶ A (Komma 6 Stellen nach rechts → negativ)
Umrechner: normale Zahl → wissenschaftliche Schreibweise

Signifikante Ziffern

Signifikante Ziffern sind die Ziffern einer Messung, die man sicher messen kann. Sie zeigen, wie genau gemessen wurde.

Angabesig. ZiffernBedeutung
Seil ist 5 m lang1auf etwa 1 m genau
Seil ist 5.0 m lang2auf 0.1 m genau
Seil ist 5.00 m lang3auf 1 cm genau
0.0042 kg2Nullen vorne zählen nicht
2.4 · 10⁴ kg2Zehnerpotenz zählt nicht
Regeln 1. Alle Ziffern ausser 0 zählen. 2. Nullen zwischen Ziffern zählen (2005 → 4). 3. Nullen am Anfang zählen nie (0.003 → 1). 4. Nullen am Ende nach dem Komma zählen (5.00 → 3).
Beim Rechnen: Das Resultat hat so viele signifikante Ziffern wie die ungenaueste Angabe.
Kleine Korrektur zum HeftEin Marathon ist 42.195 km lang. Sinnvoll angegeben: 42.2 km (im Heft stand 41.8 km).

Musteraufgabe Betonwand (Heft S. 26)

AufgabeEine Betonwand hat ein Volumen von 10.4 m³, der flüssige Beton eine Dichte von 2345 kg/m³. Welche Masse hat der Beton?

Antwort
GegebenV = 10.4 m³ (3 sig. Ziffern), ρ = 2345 kg/m³ (4 sig. Ziffern)
Gesuchtm
Formelρ = m / V  ⇔  m = ρ · V
Rechnungm = 2345 kg/m³ · 10.4 m³ = 24 388 kg
Einheitkg/m³ · m³ = kg (m³ kürzt sich)
RundenV hat nur 3 sig. Ziffern → Resultat 3 sig. Ziffern: m = 2.44 · 10⁴ kg (≈ 24.4 Tonnen)

ÜbungSchreibe wissenschaftlich: 0.00052 m und 6 370 000 m (Erdradius).

Antwort

5.2 · 10⁻⁴ m und 6.37 · 10⁶ m.

ÜbungEin Stein: m = 245.6 g, V = 92 cm³. Dichte mit richtiger Anzahl sig. Ziffern?

Antwort

245.6 / 92 = 2.6695… V hat nur 2 sig. Ziffern → ρ = 2.7 g/cm³.

ÜbungWie viele sig. Ziffern: 0.0300 · 120.5 · 7 · 10³?

Antwort

0.0300 → 3 · 120.5 → 4 · 7 · 10³ → 1.

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SI-Vorsätze (Präfixe)

Heft S. 27

Statt vieler Nullen schreibt man eine Vorsilbe vor die Einheit. Beispiel: Julians MacBook hat 256 GB = 2.56 · 10¹¹ Byte. „Giga“ bedeutet 10⁹, also 2.56 · 10² Gigabyte = 256 GB. (1 Byte = 8 Bit.)

FaktorVorsilbeZeichenBeispiel
10¹⁸ExaEweltweite Datenströme
10¹⁵PetaPRechenzentren
10¹²TeraT8-Terabyte-Festplatte
10⁹GigaGLichtgeschwindigkeit 3 · 10⁸ m/s = 0.3 Gm/s
10⁶MegaMErdumfang ca. 40 Mm (= 40 000 km)
10³Kilok (klein!)Kilometer, Kilogramm
10²HektohHektoliter, Luftdruck in Hektopascal
10¹Dekada1 dag = 10 g
10⁻¹DezidDeziliter, Dezimeter
10⁻²ZenticZentimeter
10⁻³MillimMillimeter, Milliliter
10⁻⁶MikroµBakterium ca. 1 µm
10⁻⁹NanonHaare wachsen ca. 5 nm pro Sekunde
10⁻¹²PikopAtomdurchmesser ca. 100 pm (= 0.1 nm)
Achtung · Korrekturen zum HeftIm Heft stand bei 10¹⁵ „Exa“. Richtig: 10¹⁵ = Peta, 10¹⁸ = Exa. Erdumfang ≈ 40 Mm (nicht 44). Ein Atom ist ca. 100 pm gross (nicht 0.01 pm). Und: Kilo = k klein, Mega = M gross, Milli = m klein!
Präfix-Umrechner

ÜbungRechne um: 3.5 km in m · 250 mg in g · 0.4 µm in nm · 2 GB in Byte.

Antwort

3500 m · 0.25 g · 400 nm · 2 · 10⁹ Byte.

18

Skalare und Vektoren

Heft S. 28, 29
Skalar (lat. „Treppe“): nur eine Zahl (+ Einheit).

Masse, Stoffmenge, Dichte, Energie, Temperatur, Zeit.

Vektor (lat. „Träger“): Zahl + Richtung. Gezeichnet als Pfeil.

Kraft, Gewicht(skraft), Geschwindigkeit, Beschleunigung.

MerkeEin Vektor ist ein Pfeil mit bestimmter Länge und bestimmter Richtung. Der Betrag |v⃗| ist seine Länge (die Zahl ohne Richtung). Zwei Vektoren sind gleich, wenn sie dieselbe Länge und Richtung haben (= alle Komponenten gleich). Wo der Pfeil liegt, ist egal.

v⃗ = (x | y)   →   |v⃗| = √(x² + y²)
Beispiel Heft: v⃗ = (2 | 4) → |v⃗| = √(4 + 16) = √20 ≈ 4.47

Ausprobieren: Vektor-Komponenten

Der blaue Pfeil startet im Ursprung, der orange ist derselbe Vektor an einem anderen Ort. Beide sind gleich.

Der Tacho und die Kurve

Der Tacho zeigt nicht die Geschwindigkeit, sondern nur ihren Betrag (das „Tempo“). Sprache: Geschwindigkeit v⃗ = Vektor. Tempo |v⃗| = Skalar.

Tempo immer 60 km/h (Pfeile gleich lang) aber Richtung ändert sich → v⃗ ändert sich → Beschleunigung!

Frage (Heft S. 29)Sie fahren mit konstant 60 km/h durch eine Kurve. Ändert sich die Geschwindigkeit?

Antwort

Ja. Der Betrag (60 km/h) ändert sich nicht, aber die Richtung. Weil die Geschwindigkeit ein Vektor aus Betrag und Richtung ist, ändert sie sich. Jede Änderung der Geschwindigkeit ist eine Beschleunigung. Darum spürt man in der Kurve eine Kraft zur Seite.

ÜbungBerechne den Betrag von a⃗ = (3 | 4) und b⃗ = (−6 | 8).

Antwort

|a⃗| = √(9 + 16) = √25 = 5. |b⃗| = √(36 + 64) = √100 = 10.

ÜbungSkalar oder Vektor: Temperatur, Kraft, Zeit, Wind, Volumen?

Antwort

Skalar: Temperatur, Zeit, Volumen. Vektor: Kraft, Wind (Windgeschwindigkeit hat eine Richtung).

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Probeprüfung

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Spickzettel

Das Wichtigste auf einen Blick
WasFormel / Regel
Dichteρ = m / V  ·  m = ρ·V  ·  V = m/ρ
Umrechnung Dichtekg/m³ : 1000 = g/cm³  (1 ml = 1 cm³)
TemperaturT(K) = ϑ(°C) + 273.15
Massenprozent% = m(gelöst) / m(Lösung) · 100 %
Abweichung(Differenz / eigener Wert) · 100 %
GärungC₆H₁₂O₆ → 2 C₂H₅OH + 2 CO₂
Betrag Vektor|v⃗| = √(x² + y²)
Wiss. Schreibweisea · 10ⁿ, 1 ≤ a < 10
Sig. ZiffernResultat so genau wie die ungenaueste Angabe
Plateau im DiagrammEnergie überwindet Anziehungskräfte, Temperatur bleibt gleich
Verdunstenunter dem Siedepunkt, schnellste Teilchen an der Oberfläche, Kälte
LöslichkeitGleiches löst Gleiches · immer mit Lösungsmittel + Temperatur angeben
Emulgatorhydrophiler Kopf + lipophiler Schwanz, Film um Tröpfchen
Destillationtrennt Flüssigkeiten nach Siedepunkt · Azeotrop 96.5 % Ethanol
Wasser / EthanolSdp. 100 °C / 78.3 °C · ρ 1.00 / 0.789 g/cm³
PrüfungstippBei jeder „Erklären Sie“-Frage: zuerst sagen, was man sieht (Laborebene), dann mit Teilchen erklären (Bewegung, Abstand, Anziehungskräfte, Masse).
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Prüfung mit Musterlösung

75 Minuten · 70 Punkte

So gehst du vor: Nimm Papier, Stift und Taschenrechner. Stell einen Timer auf 75 Minuten und löse alle Aufgaben, ohne im Heft nachzuschauen. Danach klappst du die Lösungen auf, korrigierst dich und trägst deine Punkte ein. Unten siehst du deine Note.

HilfsmittelDichten in g/cm³: Wasser 1.00 · Ethanol 0.789 · Aluminium 2.70 · Eisen 7.87 · Quecksilber 13.55 · Gold 19.32. Tabelle Ethanol/Wasser: 12 Vol-% → 0.9829 g/ml · 14 Vol-% → 0.9806 g/ml.

Aufgabe 1 · 6 PTeilchenmodell

a) Nenne vier Eigenschaften von Teilchen nach dem Teilchenmodell. (2 P)
b) Beschreibe für fest, flüssig und gasförmig je die Anordnung der Teilchen und die Stärke der Anziehungskräfte. (3 P)
c) Warum lässt sich eine Flüssigkeit nicht zusammendrücken? (1 P)

Lösung

a) Je ½ P, z.B.: haben Masse · haben Volumen (Kugeln) · dazwischen ist leerer Raum · Teilchen eines Reinstoffs sind gleich · zwischen ihnen wirken Anziehungskräfte · sie sind ständig in Bewegung.

b) fest: feste Plätze, berühren sich, starke Kräfte (1 P). flüssig: berühren sich, gegeneinander verschiebbar, mittlere Kräfte (1 P). gasförmig: grosse Abstände, frei beweglich, keine Kräfte (1 P).

c) Die Teilchen berühren sich bereits, es gibt keinen freien Platz zwischen ihnen (1 P).

Aufgabe 2 · 7 PErwärmungskurve von Wasser

T₁T₂ ABCDE Temperaturzugeführte Wärme ΔQ

a) Gib T₁ und T₂ in Kelvin und in °C an. (2 P)
b) Welcher Aggregatzustand liegt in A, C und E vor? Was geschieht in B und D? (2.5 P)
c) Erkläre mit dem Teilchenmodell, warum die Temperatur in B nicht steigt. (1.5 P)
d) Warum ist D viel länger als B? (1 P)

Lösung

a) T₁ = 273.15 K = 0 °C · T₂ = 373.15 K = 100 °C (je 1 P).

b) A fest · C flüssig · E gasförmig · B Schmelzen · D Sieden/Verdampfen (je ½ P).

c) Die zugeführte Energie wird gebraucht, um die Anziehungskräfte zwischen den Teilchen zu überwinden (1 P). Die Teilchen werden dabei nicht schneller, darum bleibt die Temperatur gleich (½ P).

d) Beim Sieden müssen die Anziehungskräfte ganz überwunden werden (Teilchen trennen sich vollständig), das braucht viel mehr Energie: 2257 statt 334 kJ/kg (1 P).

Aufgabe 3 · 6 PVerdunsten und Teilchengeschwindigkeit

a) Ein Tropfen Aceton (Siedepunkt 56 °C) verschwindet auf der 36 °C warmen Haut und fühlt sich kalt an. Erkläre beide Beobachtungen mit dem Teilchenmodell. (3 P)
b) Wie verändert sich die Geschwindigkeitsverteilung eines Gases, wenn die Temperatur steigt? Nenne zwei Veränderungen. (2 P)
c) Welches Gas ist bei 0 °C schneller: H₂ oder Cl₂? Begründe. (1 P)

Lösung

a) Nicht alle Teilchen sind gleich schnell (1 P). Die schnellsten Teilchen an der Oberfläche überwinden die Anziehungskräfte und verlassen die Flüssigkeit, auch unter dem Siedepunkt = Verdunsten (1 P). Sie nehmen Energie mit, die der Haut entzogen wird → kalt (1 P).

b) Das Maximum wandert nach rechts zu höheren Geschwindigkeiten (1 P). Die Kurve wird flacher und breiter (1 P).

c) H₂, weil seine Teilchen eine viel kleinere Masse haben (1 P).

Aufgabe 4 · 4 PStoffeigenschaften

a) Was ist der Unterschied zwischen einer physikalischen und einer chemischen Eigenschaft? (2 P)
b) Ordne zu: Dichte, Brennbarkeit, Siedetemperatur, Verkohlung. (2 P)

Lösung

a) Physikalisch: messbar, die Messung verändert den Stoff nicht (1 P). Chemisch: die Untersuchung verändert den Stoff (1 P).

b) Physikalisch: Dichte, Siedetemperatur. Chemisch: Brennbarkeit, Verkohlung (je ½ P).

Aufgabe 5 · 9 PDichte

a) Ein Metallwürfel mit 3.0 cm Kantenlänge wiegt 72.9 g. Berechne die Dichte und bestimme das Metall. (3 P)
b) Rechne 7870 kg/m³ in g/cm³ um. (1 P)
c) Welche Masse haben 0.50 Liter Ethanol? (2 P)
d) Welches Volumen hat 1.00 kg Quecksilber? (2 P)
e) Eine Flüssigkeit wird erwärmt. Taucht das Aräometer tiefer oder weniger tief ein? (1 P)

Lösung

a) V = 3.0 cm · 3.0 cm · 3.0 cm = 27 cm³ (1 P). ρ = 72.9 g / 27 cm³ = 2.7 g/cm³ (1 P) → Aluminium (1 P).

b) 7870 : 1000 = 7.87 g/cm³ (1 P).

c) V = 500 cm³ (½ P). m = ρ · V = 0.789 g/cm³ · 500 cm³ = 394.5 g ≈ 3.9 · 10² g (1½ P).

d) V = m / ρ = 1000 g / 13.55 g/cm³ = 73.8 cm³ (2 P).

e) Tiefer, weil die Dichte beim Erwärmen sinkt (1 P).

Aufgabe 6 · 6 PStoffgemische

a) Definiere „Phase“ und erkläre den Unterschied zwischen homogen und heterogen. (2 P)
b) Gib den Fachnamen an: Messing · Schlammwasser · Nebel · Salzwasser · Rasierschaum · Zigarettenrauch · Granit · Luft. (4 P)

Lösung

a) Phase = Bereich mit überall gleicher Stoffzusammensetzung (1 P). Homogen: nur eine Phase. Heterogen: mindestens zwei Phasen erkennbar (1 P).

b) Legierung · Suspension · Nebel/Aerosol · Lösung · Schaum · Rauch · Gemenge · Gasgemisch (je ½ P).

Aufgabe 7 · 4 PLöslichkeit

a) Kochsalz und Iod werden je mit Wasser und mit Benzin geschüttelt. Was beobachtet man? (2 P)
b) In einem Reagenzglas sind Wasser und Benzin. Welche Flüssigkeit ist oben und warum? (1 P)
c) Welche zwei Angaben gehören zwingend zu einer Löslichkeitsangabe? (1 P)

Lösung

a) Kochsalz löst sich in Wasser, nicht in Benzin (1 P). Iod löst sich kaum in Wasser, aber gut in Benzin (violett) (1 P).

b) Benzin, weil es die kleinere Dichte hat und sich nicht mit Wasser mischt (1 P).

c) Lösungsmittel und Temperatur (1 P).

Aufgabe 8 · 8 PEmulsionen und Emulgatoren

a) Was ist eine Emulsion? Nenne zwei Beispiele. (2 P)
b) Zeichne ein Emulgator-Molekül und beschrifte die beiden Teile mit Fachbegriffen. (2 P)
c) Erkläre, wie ein Emulgator eine O/W-Emulsion stabil hält. (2 P)
d) Du hast eine unbekannte Crème. Beschreibe einen Test, um O/W und W/O zu unterscheiden. (1 P)
e) Warum wird Geschirr mit Spülmittel sauber, nur mit Wasser aber nicht? (1 P)

Lösung

a) Heterogenes Gemisch aus zwei nicht mischbaren Flüssigkeiten, eine ist in feinen Tröpfchen in der anderen verteilt (1 P). Z.B. Milch, Handcrème, Mayonnaise, Butter (1 P).

b) Kopf = hydrophil (wasserliebend) (1 P), Schwanz = lipophil / hydrophob (fettliebend) (1 P).

c) Die Moleküle setzen sich an die Grenzfläche: Schwanz im Öltröpfchen, Kopf im Wasser (1 P). Sie bilden eine Hülle um jedes Tröpfchen und senken die Grenzflächenspannung, die Tröpfchen können nicht zusammenfliessen (1 P).

d) Mit Wasser verdünnbar → O/W. Oder: durchscheinender Fettfleck auf Papier → W/O (1 P).

e) Die Tenside im Spülmittel stecken mit dem Schwanz im Fett und mit dem Kopf im Wasser, verpacken das Fett in Mizellen, und es wird weggespült (1 P).

Aufgabe 9 · 9 PDestillation und Alkoholgehalt

a) Auf welcher Stoffeigenschaft beruht die Destillation? (1 P)
b) Welche Aufgabe haben Siedesteinchen, NaOH-Lösung und Liebig-Kühler? (3 P)
c) Leerer Messkolben: 52.30 g. Messkolben mit 100 ml Pseudowein: 150.56 g. Berechne die Dichte und bestimme den Alkoholgehalt durch Interpolieren. (3 P)
d) Der Hersteller gibt 12.5 Vol-% an. Berechne die Abweichung in Prozent. (1 P)
e) Warum kann man durch Destillation keinen 100%igen Alkohol herstellen? (1 P)

Lösung

a) Auf den unterschiedlichen Siedepunkten (1 P).

b) Siedesteinchen: verhindern Siedeverzug (1 P). NaOH: wandelt flüchtige Säuren in nicht flüchtige Salze um (1 P). Kühler: kühlt den Dampf ab, er kondensiert (1 P).

c) m = 150.56 g − 52.30 g = 98.26 g (1 P). d = 98.26 g / 100 ml = 0.9826 g/ml (1 P). Zwischen 12 % (0.9829) und 14 % (0.9806): 12 % + 0.0003/0.0023 · 2 % ≈ 12.3 Vol-% (1 P).

d) (12.5 − 12.3) · 100 % / 12.3 ≈ 1.6 % (1 P).

e) Ethanol und Wasser bilden ein Azeotrop (96.5 % Ethanol), das gemeinsam bei 78.2 °C siedet (1 P).

Aufgabe 10 · 3 PZuckergehalt

a) 12 g Zucker werden in 138 g Wasser gelöst. Berechne den Zuckergehalt in Massenprozent. (2 P)
b) Was ist eine Eichgerade? (1 P)

Lösung

a) m(Lösung) = 150 g (1 P). 12 / 150 · 100 % = 8 % (1 P).

b) Eine Gerade durch Messpunkte von Lösungen mit bekanntem Gehalt (Dichte gegen Konzentration). Damit liest man den Gehalt einer unbekannten Probe aus ihrer Dichte ab (1 P).

Aufgabe 11 · 8 PPhysik

a) Schreibe wissenschaftlich: 45 600 000 m und 0.000 72 kg. (2 P)
b) Wie viele signifikante Ziffern haben 0.0450 m und 3.20 · 10⁵ s? (1 P)
c) Rechne um: 4.2 km in m und 350 µm in mm. (1 P)
d) Ein Goldbarren hat das Volumen 64.7 cm³. Berechne seine Masse mit der richtigen Anzahl signifikanter Ziffern. (2 P)
e) Berechne den Betrag von v⃗ = (3 | −4). (1 P)
f) Ein Auto fährt mit konstant 50 km/h durch eine Kurve. Ist es beschleunigt? Begründe. (1 P)

Lösung

a) 4.56 · 10⁷ m · 7.2 · 10⁻⁴ kg (je 1 P).

b) 3 und 3 (je ½ P).

c) 4200 m · 0.35 mm (je ½ P).

d) m = ρ · V = 19.32 g/cm³ · 64.7 cm³ = 1250.0 g (1 P) → 3 signifikante Ziffern: 1.25 · 10³ g = 1.25 kg (1 P).

e) √(3² + (−4)²) = √25 = 5 (1 P).

f) Ja. Die Richtung der Geschwindigkeit ändert sich, und die Geschwindigkeit ist ein Vektor. Jede Änderung ist eine Beschleunigung (1 P).

Deine Note

Schweizer Notenskala: Note = Punkte / 70 · 5 + 1. Ab Note 4 ist die Prüfung bestanden (42 Punkte).

Punkte70635649423528
Note65.554.543.53
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Rechentraining: Dichte und Lösungen

Was die Lehrperson rechnen lassen kann

In der Prüfung kommen bei den Rechnungen fast immer dieselben Aufgabentypen. Hier sind alle Typen mit einem vorgerechneten Beispiel und Übungen mit Lösung.

Immer gleich vorgehen 1. Gegeben aufschreiben (mit Einheiten). 2. Gesucht aufschreiben. 3. Formel hinschreiben und nach dem Gesuchten umstellen. 4. Einsetzen mit Einheiten. 5. Runden (signifikante Ziffern) und Antwortsatz.
mρV Dichte m(Stoff)wm(Lösung) Massenanteil Gesuchtes zudecken: oben gesucht → unten mal unten gesucht → oben geteilt w als Dezimalzahl: 12 % = 0.12
GrösseFormelEinheit
Dichteρ = m / Vg/cm³ = g/ml · kg/m³
Massenanteil (Massenprozent)w = m(Stoff) / m(Lösung) · 100 %%
Masse der Lösungm(Lösung) = m(Stoff) + m(Lösungsmittel)g
Massenkonzentrationβ = m(Stoff) / V(Lösung)g/l
Volumenanteil (Vol-%)φ = V(Stoff) / V(Getränk) · 100 %%
Dichte und Prozent zusammenm(Lösung) = ρ · V, dann m(Stoff) = w · m(Lösung)g
Die fünf häufigsten Fehler
  1. Durch die Masse des Wassers statt der ganzen Lösung geteilt.
  2. Volumen und Masse verwechselt: 100 ml Zuckerlösung wiegen nicht 100 g. Zuerst mit der Dichte umrechnen.
  3. Einheiten gemischt (kg mit cm³, Liter mit g/cm³). Zuerst alles in g und cm³ (= ml) umrechnen: 1 l = 1000 cm³.
  4. Beim Verdünnen vergessen: Die Masse des gelösten Stoffes bleibt gleich, nur die Lösung wird mehr.
  5. Volumen einfach addiert: 50 ml Ethanol + 50 ml Wasser ergeben weniger als 100 ml. Massen darf man addieren, Volumen nicht.
Aufgaben-Generator: unendlich viele Übungen

A · Dichte

Vorgerechnet · Typ „Verdrängung“

Ein Stein wiegt 135 g. In einem Messzylinder steigt das Wasser von 50 ml auf 100 ml. Welche Dichte hat der Stein?

Gegeben: m = 135 g, V₁ = 50 ml, V₂ = 100 ml
V = V₂ − V₁ = 100 ml − 50 ml = 50 ml = 50 cm³
ρ = m / V = 135 g / 50 cm³ = 2.7 g/cm³

A1Ein Eisenwürfel hat die Kantenlänge 2.0 cm. Welche Masse hat er? (ρ = 7.87 g/cm³)

Lösung

V = 2.0 cm · 2.0 cm · 2.0 cm = 8.0 cm³
m = ρ · V = 7.87 g/cm³ · 8.0 cm³ = 62.96 g ≈ 63 g

A2Ein Goldring wiegt 9.66 g. Welches Volumen hat er? (ρ = 19.32 g/cm³)

Lösung

V = m / ρ = 9.66 g / 19.32 g/cm³ = 0.500 cm³

A30.50 Liter Speiseöl wiegen 460 g. Berechne die Dichte in g/cm³ und in kg/m³.

Lösung

V = 0.50 l = 500 cm³
ρ = 460 g / 500 cm³ = 0.92 g/cm³ = 920 kg/m³

A4Ein Metallquader ist 10 cm lang, 5.0 cm breit und 2.0 cm hoch und wiegt 890 g. Aus welchem Metall könnte er sein?

Lösung

V = 10 cm · 5.0 cm · 2.0 cm = 100 cm³
ρ = 890 g / 100 cm³ = 8.9 g/cm³ → Kupfer (8.96 g/cm³)

A5Eine „goldene“ Krone wiegt 1000 g und verdrängt 64.8 ml Wasser. Ist sie aus reinem Gold?

Lösung

ρ = 1000 g / 64.8 cm³ = 15.4 g/cm³

Reines Gold hat 19.3 g/cm³. Die Krone hat eine kleinere Dichte, sie ist also nicht aus reinem Gold (eine Legierung mit einem leichteren Metall). Das ist die berühmte Geschichte von Archimedes.

A6Ein Kunststoffwürfel wiegt 30 g und hat das Volumen 25 cm³. Ein Holzklotz wiegt 30 g bei 50 cm³. Welcher schwimmt auf Wasser?

Lösung

Kunststoff: 30 g / 25 cm³ = 1.2 g/cm³ → grösser als 1.0 → sinkt
Holz: 30 g / 50 cm³ = 0.60 g/cm³ → kleiner als 1.0 → schwimmt

A7Ein Zimmer ist 5.0 m lang, 4.0 m breit und 2.5 m hoch. Welche Masse hat die Luft darin? (ρ = 1.2 kg/m³)

Lösung

V = 5.0 m · 4.0 m · 2.5 m = 50 m³
m = ρ · V = 1.2 kg/m³ · 50 m³ = 60 kg

Die Luft im Zimmer wiegt so viel wie ein Mensch!

B · Lösungen und Prozente

Vorgerechnet · Typ „Massenprozent“

15 g Salz werden in 185 g Wasser gelöst. Wie viel Prozent Salz enthält die Lösung?

m(Lösung) = 15 g + 185 g = 200 g
w = m(Salz) / m(Lösung) · 100 % = 15 g / 200 g · 100 % = 7.5 %

Vorgerechnet · Typ „Verdünnen“

Zu 200 g einer 10%igen Zuckerlösung gibst du 300 g Wasser. Wie viel Prozent hat die neue Lösung?

m(Zucker) = 0.10 · 200 g = 20 g (bleibt gleich!)
m(Lösung neu) = 200 g + 300 g = 500 g
w = 20 g / 500 g · 100 % = 4.0 %

B1Wie viel Zucker und wie viel Wasser brauchst du für 250 g einer 12%igen Zuckerlösung?

Lösung

m(Zucker) = 0.12 · 250 g = 30 g
m(Wasser) = 250 g − 30 g = 220 g

B2Du hast 40 g Salz und willst eine 8%ige Lösung herstellen. Wie viel Wasser brauchst du?

Lösung

m(Lösung) = m(Salz) / w = 40 g / 0.08 = 500 g
m(Wasser) = 500 g − 40 g = 460 g

B3Du mischst 100 g einer 5%igen mit 300 g einer 15%igen Salzlösung. Wie viel Prozent hat die Mischung?

Lösung

m(Salz) = 0.05 · 100 g + 0.15 · 300 g = 5 g + 45 g = 50 g
m(Lösung) = 100 g + 300 g = 400 g
w = 50 g / 400 g · 100 % = 12.5 %

B4500 g Meerwasser (3.5 % Salz) werden vollständig eingedampft. Wie viel Salz bleibt zurück?

Lösung

m(Salz) = 0.035 · 500 g = 17.5 g

B5Aus 400 g einer 5%igen Lösung verdunsten 150 g Wasser. Wie viel Prozent hat die Lösung jetzt?

Lösung

m(Stoff) = 0.05 · 400 g = 20 g (bleibt)
m(Lösung neu) = 400 g − 150 g = 250 g
w = 20 g / 250 g · 100 % = 8.0 %

B6Eine Infusionslösung enthält 9.0 g Kochsalz pro Liter. Wie viel Salz ist in einem 250-ml-Beutel?

Lösung

β = 9.0 g/l, V = 0.250 l
m = β · V = 9.0 g/l · 0.250 l = 2.25 g ≈ 2.3 g

B7Löslichkeit von Kochsalz bei 20 °C: 35.9 g in 100 g Wasser. a) Wie viel Prozent hat die gesättigte Lösung? b) Du gibst 40.0 g Salz in 100 g Wasser. Was passiert? c) Wie viel Salz löst sich höchstens in 250 g Wasser?

Lösung

a) w = 35.9 g / (35.9 g + 100 g) · 100 % = 35.9 / 135.9 · 100 % = 26.4 %
b) 35.9 g lösen sich, 40.0 g − 35.9 g = 4.1 g bleiben als Bodensatz
c) 35.9 g · 250 / 100 = 89.8 g

Achtung bei a): nicht 35.9 %! Geteilt wird durch die ganze Lösung.

B8Eine Flasche Wein (750 ml) hat 12 Vol-% Alkohol. Wie viele ml und wie viele Gramm Ethanol enthält sie? (ρ = 0.789 g/ml)

Lösung

V(Ethanol) = 0.12 · 750 ml = 90 ml
m = ρ · V = 0.789 g/ml · 90 ml = 71 g

C · Dichte und Lösung kombiniert

Das ist der schwierigste Typ. Der Trick: Prozent gilt für Massen, nicht für Volumen. Wenn ein Volumen gegeben ist, rechnest du zuerst mit der Dichte in Masse um.

V(Lösung) in ml · ρ m(Lösung) in g · w m(Stoff) in g Rückwärts: durch w teilen, dann durch ρ teilen
Vorgerechnet · Typ „Volumen gegeben“

200 ml einer 10%igen Zuckerlösung haben die Dichte 1.04 g/ml. Wie viel Zucker ist darin?

Schritt 1: m(Lösung) = ρ · V = 1.04 g/ml · 200 ml = 208 g
Schritt 2: m(Zucker) = w · m(Lösung) = 0.10 · 208 g = 20.8 g

Falsch wäre: 10 % von 200 = 20 g. Das Volumen ist keine Masse!

C1Eine 0.5-Liter-Flasche Cola hat die Dichte 1.042 g/ml und enthält 10.6 % Zucker. Wie viel Zucker trinkst du? Wie viele Würfelzucker (je 4 g) sind das?

Lösung

m(Cola) = 1.042 g/ml · 500 ml = 521 g
m(Zucker) = 0.106 · 521 g = 55.2 g
55.2 g / 4 g ≈ 14 Würfelzucker

C2Du löst 30 g Salz in 170 g Wasser. Die fertige Lösung hat das Volumen 180 ml. Berechne a) den Massenanteil und b) die Dichte der Lösung.

Lösung

m(Lösung) = 30 g + 170 g = 200 g
a) w = 30 g / 200 g · 100 % = 15 %
b) ρ = m / V = 200 g / 180 ml = 1.11 g/ml

Die Lösung ist dichter als Wasser, weil das Salz Masse bringt, aber kaum Volumen.

C3Eine 20%ige Salzlösung hat die Dichte 1.15 g/ml. Wie viel Gramm Salz enthält 1 Liter (Massenkonzentration in g/l)?

Lösung

m(Lösung) = 1.15 g/ml · 1000 ml = 1150 g
m(Salz) = 0.20 · 1150 g = 230 g → β = 230 g/l

C4100 ml eines Sirups wiegen 107.1 g. Eichgerade: 15 % → 1.0592 g/ml, 20 % → 1.0810 g/ml. a) Zuckergehalt? b) Wie viel Zucker ist in den 100 ml?

Lösung

ρ = 107.1 g / 100 ml = 1.071 g/ml
a) 15 % + (1.0710 − 1.0592) / (1.0810 − 1.0592) · 5 % = 15 % + 0.0118 / 0.0218 · 5 % ≈ 17.7 %
b) m(Zucker) = 0.177 · 107.1 g = 19.0 g

C5Wie viele ml einer 10%igen Zuckerlösung (ρ = 1.04 g/ml) musst du abmessen, damit genau 26 g Zucker darin sind?

Lösung

m(Lösung) = m(Zucker) / w = 26 g / 0.10 = 260 g
V = m / ρ = 260 g / 1.04 g/ml = 250 ml

C6Du mischst 50.0 ml Ethanol (ρ = 0.789 g/ml) mit 50.0 ml Wasser (ρ = 1.00 g/ml). Das Gemisch hat nur 96.5 ml. a) Masse der Mischung? b) Dichte? c) Massenprozent Ethanol? d) Warum fehlen 3.5 ml?

Lösung

a) m = 0.789 g/ml · 50.0 ml + 1.00 g/ml · 50.0 ml = 39.45 g + 50.0 g = 89.45 g ≈ 89.5 g
b) ρ = 89.45 g / 96.5 ml = 0.927 g/ml
c) w = 39.45 g / 89.45 g · 100 % = 44.1 %

d) Teilchenmodell: Die kleinen Wasserteilchen schlüpfen in die Lücken zwischen den grösseren Ethanolteilchen, und die beiden Teilchensorten ziehen sich stark an (Volumenkontraktion). Wie wenn man Erbsen und Sand mischt. Die Masse bleibt aber erhalten.

C7Im Praktikum: Leerer 100-ml-Messkolben 48.20 g, gefüllt mit Eistee 152.10 g. Laut Eichgerade entspricht 1.039 g/ml einem Zuckergehalt von 10 %. Wie viel Zucker ist in einer 0.33-l-Dose?

Lösung

m = 152.10 g − 48.20 g = 103.90 g
ρ = 103.90 g / 100 ml = 1.039 g/ml → 10 % Zucker
m(Dose) = 1.039 g/ml · 330 ml = 342.9 g
m(Zucker) = 0.10 · 342.9 g = 34 g